Schon komisch, 36 Jahre nach der Wende und es gibt immer noch zwei Deutschlande. Die Menschen sind unterschiedlich, wobei ich die Erfahrung gemacht habe, dass die Menschen im Osten mißtrauiger, aber oft mit "gesünderen" Anschauungen unterwegs sind, gerade die Älteren.
Ich war letztens auf einer Burg in Kronach (Franken), die Führerein deutete nach unten ins Tal und äußerte: "Die Straße dort führt in den Osten...", und ich: "Huuuu, dort werden Wessis gefressen..." Naja, vielleicht wachsen mal unsere Kinder oder Enkel in einem Deutschland auf.
Thüringen ist allemal eine Reise wert, sehr schöne Landschaften, tiefe Wälder, nicht überlaufen, sehr gutes Essen (insbesonders Wurst) und wenn man nicht den Wessi raushängen lässt, sind auch die Leute nett und aufgeschlossen. Man kommt halt durch den Dialekt immer etwas flapsig rüber. Und sie sind ärmer, was viele Wessis nicht kennen. Einen R sieht man hier so gut wie nicht und 30 k für ein Auto haben auch viele nicht bzw. diese Anschaffung ist dann schon schmerzhaft.
Ich finde die meisten Ossis, die ich seit 1990 kennenlernen durfte, sehr nett. Was mich allerdings erschrickt ist die Tatsache, dass viele Ossis die AfD wählen.
Da haben die Ossis vor der Wende für ihre Rechte (u.A. Reise- und Meinungsfreiheit) gekämpft und sind auf die Straße gegangen (Stichwort: Montagsdemos), aber jetzt gehen leider viele Ossis der AfD auf den Leim. Haben die noch nicht mitbekommen, dass die AfD-Führungsriege durch die Bank Putin-Anhänger sind? Wollen die tatsächlich riskieren, dass die Presse- und Meinungsfreiheit in den östlichen Bundesländern wieder abgeschafft wird?
Mir grausts bei dem Gedanken, dass wir eine Bundeskanzlerin namens Alice Weidel oder einen Bundeskanzler namens Timo Chrupalla und einen thüringischen Ministerpräsidenten namens Björn Höcke bekommen.
Hoffentlich werden die Ossis, aber auch die Wessis, die AfD-Sympathisanten sind, endlich wach und kehren dieser rechtsradikalen und Putin-hörigen Partei den Rücken.
Wie sagte Bertolt Brecht einst so treffend: "Nur die allerdümmsten Kälber wählen ihren Schlächter selber."
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