Also ich bin generell kein Fan davon immer sofort einen Anwalt zu nehmen oder die größeren Geschütze aufzufahren. Ich glaube kaum, dass irgendwer (egal ob VW, Händler oder sonstwer) aus Spaß einen Kunden verarscht und somit gegen sich, die Marke und die eigene Filiale aufbringt. Ich verstehe natürlich absolut das grundsätzliche Problem und die Enttäuschung und den Ärger, wenn der Neuwagen
Probleme macht. Man hat viel Geld investiert und erwartet entsprechende Leistung, ganz klar. Das Problem muss selbstverständlich behoben werden.
Aber: Man muss dem Händler (!) bei egal welchen Waren, die Probleme machen, die Möglichkeit in einem angemessenen Zeitraum geben, den Fehler zu beheben. Selbst wenn man sich einen Anwalt nimmt würde das bestenfalls genau das erwirken, was man auch so erwirken kann: Einen Werkstatt-Termin bzw. mehrere Termine, um den Fehler zu beheben. Erst wenn nach einer gewissen Frist tatsächlich der Fehler nicht behoben wurde oder keine Verbesserung festzustellen ist, dann ist eine Rückgabe / Umtausch gegen ein neues Auto realistisch (ja, laut Gesetz hat man als Kunde die Wahl zwischen Reparatur & Umtausch, aber der Händler kann immer noch argumentieren, dass ein Umtausch unverhältnismäßig teuer ist und der Schaden durch Reparatur behoben werden kann und dann geht es ohnehin nur wieder Hin&Her und man hat zunächst nichts erwirkt). Nur weil man es vlt. vom 1 Euro-Shirt vom Discounter gewohnt ist, dass ohne jegliches Murren direkt alles gegen neue Ware umgetauscht wird, muss das noch lange nicht bei einem Neuwagen so sein. Genannter Fall basiert ja auch eher auf der Kundenfreundlichkeit & Kulanz des Discounters und nicht der Rechtsprechung, für deren Durchsetzung man ja einen Anwalt hinzuziehen würde.
Zumal genau diese Dinge (Drohungen mit Anwalt / tatsächliche Kontaktaufnahme durch Anwalt des Kunden) bei den Betrieben absolut an der Tagesordnung sind und nichts außergewöhnliches, weshalb irgendjemand dort im Haus sitzt und zittert. Am Ende haben die vielleicht sogar sowieso die besseren Anwälte, die den ganzen Prozess nur verschleppen und noch mehr Zeit ins Land geht. Und was hat man dann gewonnen? Nichts. Man hat kein neues Auto zu dieser Zeit, muss evtl. bei irgendwelchen Leistungen und Zahlungen des Anwalts in Vorkasse gehen (wenn man keine Rechtsschutz hat) und womöglich sogar noch schlaflose Nächte wegen dem ganzen Anwalts-Hick-Hack.
Also bitte mal die Füße still halten. Einen Anwalt auf egal wen zu hetzen sollte die absolut letzte Möglichkeit sein, ist kein Allheilmittel und bringt schon gar keinen schnellen Erfolg, sondern man muss nur noch mehr Zeit investieren. Zumal grundsätzlich die Gewährleistung vom Händler ausgeht, der einem die Ware verkauft. Nicht vom Hersteller. VW hätte also in diesem Fall gar nichts damit zu tun und auch gar kein Interesse irgendwem zu veräppeln.
Sorry, dass es etwas länger wurde, aber das musste mal raus :-D